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Freiheit

Von Karl-Otto Scholz | Dienstag, 22. Juli 2008

Examen im Sommer 1982: Als Studenten haben wir uns schon Monate zuvor darauf vorbereitet. Abtanzen in der Disco? War gestrichen. In der Kneipe ein Bier zischen? War der Konzentration nicht förderlich. Kurzurlaub mit der Freundin? Wie, die gab´s auch noch?

Statt dessen wurde in kleinen Arbeitsgruppen gepaukt. Immer wieder wurden die gängigen Thesen der Literatur wiedergekäut. Wir wollten bestehen. Wir wollten dieses Papier in der Hand haben mit dem Siegel und den wichtigen Unterschriften. Wir machten uns zu Sklaven für ein großes Ziel.

Heute machen sich viele zum Sklaven ihrer Firma oder ihrer selbst. Man kann ein Wort des Apostels Paulus fast eins zu eins übersetzen: “Obwohl ich ein freier Mensch bin, setze ich mich selbst unter Druck, damit ich möglichst viel gewinne.” – Aber nur fast. Denn es ist doch ein Unterschied, ob ich mich für andere zum Sklaven mache, oder nur für mich selbst. Ob ich möglichst viel gewinnen will, oder möglichst viele.

Das große Lebensthema des Paulus war die Freiheit von allen versklavenden Faktoren des Lebens “in Christus”. Er vertraute darauf, dass ein Mensch im Glauben an den Auferstandenen ein zutiefst befreiter Mensch sein könne. Und diese Wahrheit wollte Paulus unter die Leute bringen. Für dieses große Ziel war er bereit, alles Persönliche herzugeben, sich zum “Sklaven” zu machen. Seltsam: Er hat seine Freiheit geopfert, um anderen Freiheit zu bringen.

Diese Einstellung findet sich heute bei Menschen, die in Kirche und Gesellschaft ehrenamtlich tätig sind. Sie geben ihre Freizeit, manchmal auch eigenes Geld her, damit anderen geholfen wird, damit Dinge geschehen, die der Allgemeinheit dienen. Dieses “für andere da sein” nötigt mir Respekt ab…
…und Dank.

Bild: “Freedom”
von “Kliefi” (on vacation) auf flickr.com

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Kategorien: Allgemein

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