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Eine Trauung will geplant sein
Von Karl-Otto Scholz | Freitag, 19. September 2008

Bild: "Yes iDo" von "re-ality" auf Flickr.com
Offener Brief
Liebe Frau Schulze* (*Name geändert!)
ich danke Ihnen für Ihren netten Brief. Gerade habe ich mir Ihren Hochzeitstermin notiert, und ich freue mich, dass Sie und Ihr zukünftiger Mann diesen Schritt wagen.
Was gibt es bei einer kirchlichen Trauung alles zu bedenken?
Grundvoraussetzung ist: Beide Ehepartner sollten evangelisch sein oder evangelisch/katholisch.
Ist einer der beiden Partner nicht (mehr) Mitglied einer der großen Kirchen, dann wird statt der “kirchlichen Trauung” ein “Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung” gefeiert. Die Liturgie ist in diesem Falle abgeändert: nur “Anrede”, keine Traufrage / im Zweifelsfall unterbleiben Ringwechsel und Segensgebet mit Handauflegung / gottesdienstliche Elemente werden entsprechend angepasst.
Falls Sie beide jetzt in einer anderen Kirchengemeinde mit Erstwohnsitz gemeldet sind oder Ihr zukünftiger Mann katholisch ist, dann benötigen Sie zur Vorlage eine so genannte “Dimissoriale” des dortigen Pfarramtes, aus dem hervorgeht, dass es keine Einwände gibt. In der Regel ist es einfach, diese Dimissoriale zu bekommen. Dazu ruft man im Büro der Kirchengemeinde an oder kontaktiert den Pastor/die Pastorin.
Sie sollten im Laufe des nächsten Jahres wieder telefonisch oder per Email Kontakt mit mir aufnehmen, damit wir das Traugespräch anberaumen können. Gut ist es, dieses Traugespräch vier Wochen vorher zu führen. Dabei wird neben persönlichen Dingen besonders die Trauung selbst in ihrem Ablauf besprochen und geplant. Schreiben Sie sich dazu alle noch offenen Fragen auf und bringen Sie sie mit.
Vor der kirchlichen Trauung muss sich ein Pastor über die standesamtliche Heirat in Kenntnis setzen (Stammbuch oder Trauurkunde). Das ist in unserer Kirche weiterhin so geltendes Kirchenrecht, auch wenn der Staat neuerdings die Gesetzgebung gelockert hat. http://www.zwoelff.de/2008-07/wilde-ehe-mit-kirchlichem-segen/.
Im Internet können Sie einen Trauspruch finden. Zum Beispiel unter: http://www.ekd.de/trauspruch/ Dieses Bibelwort soll sie durchs gemeinsame Leben begleiten und Ihnen Orientierung geben. Manche Menschen lernen dieses Wort Gottes auswendig, um es immer im Herzen zu tragen und sich in Krisenzeiten daran zu erinnern.
Sie sollten auch langfristig über Kirchenschmuck (Blumen etc.) nachdenken und sich in einer kompetenten Gärtnerei beraten lassen. Wichtig ist dafür auch der Kontakt zu unserer Küsterin Frau Meier* (*Name geändert).
Falls Sie vorhaben sollten, einen Fotografen oder eine Fotografin zu beauftragen, denken Sie daran, dass die Trauung ein Gottesdienst ist und kein Fotoshooting. Also nach der Begrüßung gilt der Gottesdienst als eröffnet. Dann sollten nur noch zwei, drei Fotos (z.B. Ringwechsel, Kuss nach dem Segen) erlaubt sein. Auf keinen Fall Serienbilder mit Klickgeräuschen und Herumlaufen des Fotografen. Familienfotos kann man auch anschließend noch “stellen”.
Die Kollekte können Sie gerne selbst bestimmen (zum Beispiel “eigene Gemeinde” oder “Turmuhr” oder “Brot für die Welt” oder “Kinderkrebshilfe” um einige sinnvolle Spendenzwecke zu nennen). Bitte keine obskuren Hifsorganisationen angeben.
Besondere Musik sollte mit unserem Organisten Herrn Müller* (*Name geändert) abgesprochen werden. Besondere Liederwünsche? Bitte beim Traugespräch nennen, wenn Sie etwas Besonderes singen wollen.
Auch das Hereinkommen in die Kirche kann man sich überlegen. Es gibt die Formen “Einzug mit Partner” (normale Form) und den “Einzug der Braut mit Vater/Bräutigam erwartet Braut am Altar” (Hollywood-Form). Beides kann symbolisch sehr viel bedeuten. Die meisten Pastoren stehen moderneren Gestaltungsformen der Trauung offen gegenüber. Es darf nur nicht zum Schauspiel entarten.
So, das war schon eine ganze Menge Bedenkenswertes. Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim gemeinschaftlichen Planen der Hochzeit.
Ihr Pastor Karl-Otto Scholz* (*Name nicht geändert)
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Kategorien: Allgemein
Tags: Gottesdienst | Hochzeit | Trauung
