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Neue Synagoge in Hannover eröffnet
Von Karl-Otto Scholz | Sonntag, 21. Dezember 2008

Bild: "Oni Synagogue, Torah" von BarryGeo auf Flickr.com
Etz Chaim – Baum des Lebens
Jüdisches Leben regt sich wieder in Deutschland. Zarte Pflänzchen der Hoffnung wachsen heran zu kräftigen Bäumen neuen Lebens. 1995 war in Hannover eine liberale jüdische Gemeinde durch Herauswachsen aus der bisherigen orthodoxen Synagoge entstanden. Dieser neuen Gemeinschaft schlossen sich besonders auch aus der ehemaligen Sowjetunion emigrierte Juden an. Nun wurde es Zeit für ein repräsentatives Domizil. Nach einigem Suchen wurde man unter den Gotteshäusern der ev.-luth. Landeskirche Hannovers fündig. Die frühere Gustav-Adolf-Kirche in Hannover wurde 2007 käuflich erworben und in der Folgezeit zu einem jüdischen Gebetshaus umgebaut.
14 Nationen unter einem Dach
Fast nichts erinnert mehr an die christlichen Wurzeln des Gebäudes: Thoraschrank und siebenarmige Leuchter signalisieren die Anbetung des Gottes Israels in rabbinischer Tradition. Auch einen besonderen hebräischen Namen hat man für die neue Synagoge gefunden – er lautet “Etz Chaim” – also “Baum des Lebens” und knüpft somit eine Verbindung zu den Verheißungen der Urgeschichten in der Bibel. 600 Mitglieder der Gemeinde aus 14 Nationen – hervorgegangen aus einem Stamm – darin sollen sich die Deutschen jüdischen Glaubens wiedererkennen. Am 21. Dezember wurde das Gebetshaus mit einem “Tag der offenen Tür” und einer Chanukka-Feier (jüdisches Lichterfest, das dem christlichen Weihnachten in der Tradition des Kinderbeschenkens ähnelt) eröffnet.
Die Kosten des Umbaus in Höhe von etwas mehr als 3 Millionen Euro wurden zu jeweils gleichen Teilen vom Land Niedersachsen, der Stadt und der Region Hannover sowie der jüdischen Gemeinde selbst aufgebracht. Eine öffentliche jüdische Bibliothek, ein Jugendzentrum, eine Beratungsstelle für Zuwanderer und ein Kindergarten komplettieren die neue Synagoge in der niedersächsischen Landeshauptstadt.
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Kategorien: Allgemein
Tags: Baum des Lebens | Synagoge
