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Kinderheime waren Orte der Demütigung

Von Karl-Otto Scholz | Montag, 23. Februar 2009

Bild: " Joaquin y sus 9 meses" von "Libertinus" auf Flickr.com

Rigides und autoritäres Kinderheimsystem in den 60er Jahren

Im deutschen Bundestag ist im Dezember die Einberufung eines Runden Tisches zur Aufarbeitung des in den 50er und 60er Jahren an damaligen Heimkindern begangenen Unrechts beschlossen worden. Es war klar, dass da ein Gerechtigkeitsproblem war, für das es bislang keine sühnende oder entschädigende Handhabe gab.

Unter Antje Vollmers Vorsitz begann dieser Ausschuss des Bundestages zu tagen und beschäftigte sich mit Formen von moderner Sklaverei, die man so in Deutschland, also einem zivilisierten Gemeinwesen, nicht erwartet hatte.

Heimkinder wurden unterdrückt, elementare Menschenrechte galten für sie nicht. Abgesperrte Zimmer, keinerlei Zugang zu Informationen, Demütigung und Missbrauch – die Kette der Vorwürfe ehemaliger Heimzöglinge ist lang. Es sei damals in der Folge  zu Depressionen ja sogar zu Selbstmordversuchen gekommen.

WDR Fernsehen hat am 25. Mai 2008 von den Verhältnissen in solchen Kinderheimen berichtet. O-Ton eines Zöglings:”Was ich hier erlebt habe waren Schläge, Strafen, Demütigungen. Das stand ständig an der Tagesordnung.” Ein anderer: “Mein Arbeitsbereich war in der Bügelstation. Wir sagten damals: Blaumänner bügeln. Und das war ne Knochenarbeit. Von morgens früh bis abends spät. Es durfte nicht geredet werden, miteinander sowieso schon gar nicht. Es war alles verboten.”

Entschuldigung der großen Kirchen

Vertreter der Kinder von damals fordern darum heute Entschädigungen von den großen deutschen Kirchen, die zu den Vorfällen Worte des tiefsten Bedauerns fanden. Zu solchen Auswüchsen rigider Heimerziehung können die Kirchen auch nicht gut ja sagen. Heute gelten in der Fürsorge für Heimkinder andere, menschlichere Standards.

Der Runde Tisch des Bundestages lotet nun aus, inwieweit über die bloße Entschuldigung hinaus auch Entschädigungszahlungen möglich sind. Vorschläge sollen bis Ende 2010 gemacht werden. Denn dann erwartet der Bundestag den Abschlussbericht.




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Kategorien: Allgemein

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