Archiv für April, 2009

Erinnerung an Ilse Uhlmann

Donnerstag, 9. April 2009

Bild: "requiem" von "confused" auf Flickr.com

An Karfreitag lässt sich nur schwer predigen. Man hat als Prediger einen Kloß im Hals – so wie man einen Kloß im Hals hat, wenn man Menschen im Elend sieht.

Elend haben viele Menschen. Ich denke an die Abruzzendörfer in Italien, wo Menschen unter Schutt begraben liegen, wo man jetzt nach dem verheerenden Erdbeben sagt: „hier war früher mal ein Dorf.” Klagende graben mit eigenen Händen nach Angehörigen, suchen in einsturzgefährdeten Mauern nach Habseligkeiten.

Ich denke an den Kranken, der deprimiert ist, weil er sterben muss. Ärzte vermeiden vor Kranken, die Wahrheit zu sagen. Man muss sie schon dazu nötigen. denn eine Diagnose ist wie ein Todesurteil, die Krankenakte wie ein INRI-Schild über dem Kreuz Jesu. Menschen kommen, wollen dem Kranken Anteilnahme spenden, sind letztlich hilflos. Freunde nehmen Abschied, haben Tränen in den Augen, erinnern an gemeinsame Tage. Die Krankheit selbst greift immer mehr Raum im Körper, wird zur Kreuzigungserfahrung. [Weiterlesen...]

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In einem Londoner Bus dem Geheimnis Gottes auf der Spur

Mittwoch, 8. April 2009

Bild:"London Bus" von "E01" auf Flickr.com

Ein Bus fährt durch London – mit Werbung für die Absage an den Glauben. Wie ein Konzert, das man absagt mit den Worten „Der Kapellmeister liegt mit Grippe darnieder und leider hat sich kein Ersatz gefunden auf die Schnelle.”

Initiatorin der Werbeaktion ist eine junge britische Atheistin. „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” steht auf dem Bus. Der Slogan auf dem Bus geht denn auch weiter:”Hört auf, euch Sorgen zu machen und freut euch des Lebens.”

Die Betonung liegt auf dem Wörtchen “wahrscheinlich”. Da wird wohl jemand nachgerechnet haben, wie die Aktien für Gott stehen. Und ist zu dem Ergebnis gekommen, es spreche mehr gegen ihn als für ihn. [Weiterlesen...]

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Mit Gott auf Augenhöhe

Dienstag, 7. April 2009

Bild: "The Crucifixion" von "AlexBobica" auf Flickr.com

Vor kurzem trafen sich die Staatschefs der 20 wichtigsten Volkswirtschaften, um über die Bewältigung der großen Krise zu sprechen. Konflikte waren da vorprogrammiert. Wer weiß schon den goldenen Weg in eine bessere wirtschaftliche Zukunft? Hier Sarkozy und Merkel – dort Obama und Brown: wie viel Macht soll man den Regierungen und Zentralbanken über die Geldinstitute und Großkonzerne einräumen. Es geht um die Architektur der neuen Welt in den nächsten fünfzig Jahren – wahrlich historische Tage sind dies!

Nun kann man die Existenzangst, die in der Welt des Jahres 2009 Einzug gehalten hat, nicht einfach mit warmen Worten wegdiskutieren. Was geschieht beispielsweise mit den Autowerkern bei Opel und Daimler wenn die Nachfrage um 20 Prozent einbricht? Wovon sollen die Einzelhändler leben, wenn die sauer verdienten Euros der Bundesbürger eher für den Neuwagenankauf ausgegeben werden? Wie geht es weiter mit der Geldwertstabilität, wenn in Amerika eine Billion Dollar neu gedruckt werden? Ich erinnere mich, dass meine Großmutter voller Grauen von den Inflationsjahren sprach, als man ein Brot gegen einen Bollerwagen voller Geldscheine tauschte. [Weiterlesen...]

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