Archiv für Juni, 2010

Jüdische Friedhöfe – Orte des Gedenkens

Donnerstag, 3. Juni 2010

Bild: "Tombstones" von "pie4dan" auf Flickr.com

Etwa zwei Kilometer außerhalb meines Geburtsortes gibt es auf freiem Felde einen Friedhof. Ursprünglich lag hier einmal ein mittelalterliches Dorf, dass durch Tilly´s Truppen im 30jährigen Krieg zerstört wurde. Übrig blieb lediglich eine uralte Feldsteinkirche, um die herum man dann später die Gräberreihen anlegte. Die gepflanzten Lindenbäume wuchsen auf und geben heute Schatten. Im Hintergrund, unterhalb eines Abhanges, fließt träge die Leine und die Menschen, die die Gräber ihrer Lieben besuchen, wandern manchmal durch eine Reihe tausendjähriger Eichen dorthin. Eine Szenerie wie gemacht für einen Film mit Atmosphäre.

Am nördlichen Rand der alten Friedhofsmauer liegt geschützt und umfriedet der jüdische Friedhof. Nur wenige Besucher verlaufen sich hierhin und legen Steine auf die Grabmale. Nur wenige Einheimische kümmern sich um die Geschichte dieses Ortes und tun etwas zu seinem Erhalt. Und dennoch – auch dieses Zeugnis ehemaliger christlich-jüdischer Koexistenz – gilt es zu würdigen. Wer seinen Frieden machen will mit der deutschen Geschichte der letzten hundert Jahre, der kommt nicht darum herum, auch die Totenruhe eines ganz normalen Friedhofes mit in sein Nachdenken einzubeziehen.

Nun fand ich bei “haGalil.com” einen interessanten Ansatz zu einer späten Würdigung solcher Zeugnisse jüdischer Kultur in Deutschland. Heide Kramer beschreibt in einem Artikel die zeichnerische Aufnahme und Dokumentation jüdischer Friedhöfe in Hannover. Eine spätere Ausstellung in der liberalen “Etz-Chaim-Synagoge Hannover” wird vom 14. November bis 9. Dezember.2010 folgen. Dies sei zum Ansehen und (bei künstlerischem Talent) zur Nachahmung auch anderswo empfohlen.

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Generation Käßmann

Mittwoch, 2. Juni 2010

Bild: "Kanzel / pulpit St. Nikolaikirche" von "Pittigliani2005" auf Flickr.com

“Hannovers ehemalige Bischöfin Margot Käßmann will nicht ins Amt zurückkehren. Das sagte sie bei ihrer Verabschiedung durch das Kirchenparlament in Hannover.” (Quelle: Zeit Online) Das ist knapp und klar. Der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Burckhard Guntau, ergänzte für die Presse: Klar sei auch, “dass Frau Käßmann eine Aufgabe übernehmen wird, die ihren Fähigkeiten entsprechen wird” (Quelle: NDR Nachrichten).

Welche Talente zeichneten die ehemalige Hannoversche Bischöfin bis jetzt in ihren Leitungsämtern aus? Eine eindeutige Botschaft, Führungswillen und Führungsstärke, eine klare bildreiche Sprache, tiefgründige Lebenserfahrung, mediale Präsenz und Fähigkeit zu publizistischem Schaffen, profundes theologisches und ethisches Fachwissen, Kontaktfreudigkeit und Empathie, besonders aber das Vermögen, dem Volk aufs Maul zu schauen (eine Fähigkeit die Martin Luther lobte). Eine Führungsnatur gewissermaßen. An welche neue Aufgabe hat aber der Landeskirchenamtspräsident Guntau gedacht? Sybillinisch hüllt er sich in Schweigen. Leitungsämter in der ev.-luth. Landeskirche Hannovers sind rar gesät, und das höchste hat sie schon bekleidet. Hier reizt sie sicher nichts mehr. [Weiterlesen...]

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