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Triumph der BILD
Montag, 9. Januar 2012Es gibt sie auch am 8. Januar 2012 noch – die Freunde und Sympathisanten des Bundespräsidenten. In der Sendung “Günther Jauch” (Thema des Abends: Der Problem-Präsident – wie glaubwürdig ist Christian Wulff) geben sie sich zu erkennen. “Politiker haben es doch generell schwer.” Bernhard Vogel hat Wulff in der Bundesversammlung gewählt, nun wirbt er um Verständnis, dass Politiker auch am Telefon mal ausrasten dürfen sollten.
“Herr Wulff ist ein ganz sympathischer Mann ohne Allüren” betont eine langjährige Freundin, die auf Sylt einen Schoko-Laden unterhält und ihn aus Zeiten der Schülerunion kennt und mag. ” Wieso sollte er nicht bei uns übernachten – wir übernachten doch auch bei ihm.” Dagegen ist nichts zu sagen.
Es sind solche Aussagen, die die Stimmung im Publikum kippen lassen. Ist die ganze Sache um Wulff nur ein Tribunal der Presse? Eine inszenierte Schlammschlacht, um die Auflage zu steigern? [Weiterlesen...]
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Bischof Meister wird 50
Mittwoch, 4. Januar 2012Herzlichen Glückwunsch.
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Deutschland bei Korruption nur im vorderen Mittelfeld
Mittwoch, 4. Januar 2012
bestechung von zoedrink
Herkules Wulff kämpft mit der Hydra. Deren hundert Köpfe tragen die Namen ARD, ZDF, SPIEGEL – vor allem aber BILD. Kann er den Kampf gewinnen?
Transparency International – die Organisation, die immer wieder mahnend den Finger gegen die Geißel Korruption erhebt – möchte aber viel lieber, dass er und die ganze politische Klasse gegen die Hydra Bestechung kämpfen mögen.
Nachholbedarf hat die deutsche Republik allemal. Der Bestechlichkeitsindex 2012 weist Deutschland nur im Mittelfeld der europäischen Staaten aus. In Finnland beispielsweise haben fast alle Politiker eine reine Weste. Noch etwas besser: Neuseeland.
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Vendetta gegen den Merkel-Präsidenten
Dienstag, 3. Januar 2012Der Präsident hat eine halbe Million gebraucht, um für seine Familie und sich ein Häuschen zu bauen. Niemand, der nicht gerade sehr reich ist, hat einen solchen Batzen Geld herumliegen. Die meisten Bauherren-Familien schlagen sich lange Jahrzehnte mit dem Abtrag solcher Schulden herum. Fast schon sympathisch, dass es einem Berühmten nicht anders geht als Otto Normalverbraucher.
Der Präsident hat Freunde, die ihm die Zinsen ermäßigen halfen und den Batzen Geld zu guten Konditionen liehen. Jedermann wünscht sich solche Freunde.
Als Privatmann kann man von Freunden und Verwandten Geld annehmen. Das nennt man eine Schenkung. Als Präsident darf man es nicht. Die Frage ist: kann ein Präsident noch Privatmann sein? Nein – und zwar nicht solange er als Beamter im Sold des Staates steht. Das Beamtensalär soll ja eine etwaige Vorteilsnahme verhindern helfen.
Manches befindet sich in einer Grauzone. Eine Uhr darf man als Beamter nicht annehmen, ein Glas Marmelade für die Ehefrau womöglich schon. Das Problem ist: eine halbe Million ist kein Glas Marmelade. [Weiterlesen...]
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Skandal im Sperrbezirk
Sonntag, 18. Dezember 2011Die Adventszeit ist Zeit der Besinnung und des Sammelns. Das Hilfswerk “Brot für die Welt” beispielsweise bekommt etwa 62 Millionen Euro Spenden (im Jahr 2010 laut Bilanz). Nicht das Wenigste wird dabei an Weihnachten überwiesen. Die Kirchen der EKD sind froh, dass viele Menschen jedes Jahr ihren Nächsten in Afrika oder Asien oder Lateinamerika im Blick behalten und in diverse sinnvolle Förderprojekte investieren. Eine verglichen mit den Euro-Rettungsmilliarden der EU geringe Summe, aber immerhin eine Hilfe mit Leuchtturmfunktion.
Diese Summe wird konterkariert durch einen Finanzskandal in der Evangelischen Kirche im Rheinland, wobei etwa 20 Millionen Euro verschwunden sein sollen. In einer dpa-Meldung heißt es, eine zweifelhafte Kapitalanlage habe die kircheneigene Firma bbz Beihilfe- und Bezügezentrum GmbH in Bad Dürkheim in Schieflage gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittele unter anderem wegen Betrugs- und Untreueverdachts gegen neun Beschuldigte. Die rheinische Landeskirche habe nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens eingesetzt.
Beihilfe und Bezüge? Da kann es sich eigentlich nur um Pfarrergehälter und Krankenfürsorge handeln. Wie sollen wir das nun verstehen? Bekommen die Bediensteten der Kirche kein Geld mehr auf ihr Konto? Stockt die Abrechnung der Arzt- und Krankenhausrechnungen? Und ist es richtig, dass sich “neun” (!) mit der Verwaltung der Gelder beauftragte Beschäftigte einig waren, das Geld an die Seite zu schaffen oder wenigstens aus dieser Summe einen zweifelhaften Nießnutz zu ziehen? Armes Rheinland.
Mich stimmt bei dieser Sache bedenklich, dass der Schaden so hoch ist, dass man dafür 120 Tage lang mit der Spendenbüchse durchs Land ziehen müsste – also mal die Brot-für-die-Welt-Spendengelder als Vergleichsmaßstab genommen.
Präses Schneider nahm in einer ersten Stellungnahme kein Blatt vor den Mund, als er sagte:”Offensichtlich ist es so, dass wirklich ein massives kriminelles Vorgehen auf diese Firma gerichtet war, und ihr wurde ein bestimmter Betrag vermutlich schlicht und ergreifend geklaut durch Manipulation”. Selbst in einem ethischen Sperrbezirk wie der Kirche gibt es also materielle Begehrlichkeiten, die zu kriminellen Handlungen verdichten. Adams Äpfel sind manchmal zum Greifen nah.
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