Allgemein

Seiten: « 1 2 3 4 5 ...21 22 23 »

Gott suchen … müssen!

Donnerstag, 11. November 2010

Bild: "IMG_1275" von "Alex^^" auf Flickr.com

Unentwegt reden wir über Gott. In der Kirche jedenfalls. Oder doch nicht? Kommt es uns nur so vor? Die Menschen vor uns haben jedenfalls eine Not gespürt. „Vielleicht kümmern wir uns doch nicht genug um Gott. Vielleicht sollten wir mehr über ihn nachdenken – so wie er ist, und nicht so wie er in unseren Vorurteilen ist.“

Vorurteile können gemein sein. Auch die über Gott. Dann hat er einen Bart – einen Vollbart, der heute total aus der Mode ist. Einen Bart, wie ihn höchsten Frömmler tragen in irgendeinem Nest im mittleren Westen in den USA – so mormonenmäßig (tragen Mormonen überhaupt einen Vollbart? / auch so ein Vorurteil!). Ist Gott etwa ein Frömmler? Ist Gott verbiestert? Will er eine patriarchalische Moral durchdrücken? Nein. So ist Gott nicht. So sind nur unsere bösesten Vorurteile über ihn. Die entbehren jeder Grundlage.

Unentwegt reden wir über Gott. jedenfalls in der Kirche. Und doch scheinen wir so wenig über ihn zu wissen. Wie trat er Abraham gegenüber? Eine Geschichte erzählt, er sei in Gestalt von drei Engeln in Abrahams Zelt zu Gast gewesen. Das ist die Geschichte, als Abraham noch die Geburt eines kleinen Söhnchens verheißen wird und Sarah beim Zubereiten des Gastmahles in der Küche spontan lachen muss. Schließlich ist sie hoch betagt und ihr Mann erst recht. Hat Moses Gott überhaupt gesehen? Eine andere Geschichte der Bibel berichtet, Moses habe nur einen brennenden Dornbusch gesehen, aus dem eine Stimme zu ihm gesprochen habe. Das ist die Geschichte, wo Moses den Auftrag von Gott bekommt, das geknechtete Volk Israel aus Ägypten heraus zu führen. [Weiterlesen...]

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Zerstört Grosser historisches Bewusstsein?

Donnerstag, 11. November 2010

Bild: "Thora 6" von "rubberpaw" auf Flickr.com

Alfred Grosser hat geredet. Die Zuhörer in der Paulskirche blieben brav sitzen. So genannte “Grosser-Fans”, wie manche im ZdJ mutmaßten, applaudierten sogar mit Standing Ovations. Grosser hielt sich an gemäßigte Rhetorik. Ihm waren Ort und Zeitpunkt der Rede bewusst. Am Mahntag der Reichspogromnacht verboten sich scharfe Töne fast von selbst. In der Sache aber, allgemein gültige Menschlichkeit einzufordern für Auschwitz wie für Gaza-Stadt, blieb Grosser unverrückbar fest. Dieses oszillierende Einerseits in der Form und Andererseits in der Sache bestimmt auch die Reaktionen in der deutschen Presselandschaft auf Grossers Rede, die ich übrigens im Wortlaut noch nicht veröffentlicht gefunden habe.

SPIEGEL ONLINE konzentrierte sich auf das “Leiden der Anderen” ( Zitat Grosser: “Als ich 65 wurde, haben meine Kollegen und ehemaligen Studenten mir ein Buch gewidmet. Alle Kapitel hatten nur ein Thema, und so hieß auch das Buch: “L”autre”, der andere. Ich glaube, an den anderen denken, ist eine Voraussetzung des Friedens, mehr als die Waffen.”

Professor Micha Brumlik aber, ein erklärter Grosser-Kritiker, hielt im Interview mit dem Deutschlandfunk die Rede Grossers für völlig unangemessen. Man könne die Tötungsparanoia der Nazis nicht mit den israelischen Schutzbemühungen vor Hamas-Raketenangriffen in Gaza vergleichen. Das sei Zerstörung historischen Bewusstseins – ob gewollt oder ungewollt. [Weiterlesen...]

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Leonardos gedeckter Tisch

Mittwoch, 10. November 2010

Bild: "IMG_2619" von "kapomuk" auf Flickr.com

Fast eine alltägliche Szene. Man sitzt zu Tisch, hat das schöne Essen vor der Nase, bemüht sich um angemessene Konversation oder hängt eigenen Gedanken nach. Das Essen, so sagt man, verbindet Menschen. Im gemeinsamen Trinken stößt man auf die Zukunft an, im gemeinsamen Essen hält man Rückschau auf manchen Tag voller Trubel oder bestandener Gefahr.

Christen haben das gemeinsame Essen zu ihrem höchsten Glaubenssymbol (Sakrament) erhoben. Erstaunlich eigentlich – ist das gemeinsame Essen doch etwas Alltägliches. Oder nicht?

Heute jedoch gehen manche Kinder ohne Frühstück zur Schule, holen sich mal eben beim Bäcker ein Nutella-Brötchen oder eine Tüte mit Gummibärchen. Mittags kommen sie heim und finden einen Zettel auf dem Tisch: “Essen ist im Kühlschrank – einfach in die Mikrowelle stellen, hab dich lieb, Mama”. Und abends schmiert die Mutter wohl das Butterbrot, doch Vater ist schon wieder auf einer Sitzung des Sportvereins oder macht Überstunden im Büro. Das gemeinsame Essen bleibt immer häufiger eine Leerformel. Die ideelle Einsamkeit der Postmoderne hat längst auf die alltäglichen Vollzüge des Lebens übergegriffen. Rituale müssen mühselig eingeübt, zuweilen sogar erklärt werden. Sie verstehen sich nicht mehr von selbst.

Um eine Aktualisierung des Abendmahlgedankens bemüht sich eine Kirchengemeinde in Northeim. Sat 1 berichtet darüber. Hier der Link.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Gedenke!

Dienstag, 9. November 2010

Gedenke!

Reichspogromnacht 1938

Tageslosung Psalm 94,11

Der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Kritik eines jüdischen Sohnes

Dienstag, 9. November 2010

Bild: "Waiting for the rain." von "chany14" auf Flickr.com

Der 9. November ist in Deutschland seit 72 Jahren, seit das Unrecht der “Reichspogromnacht” zum Himmel schrie, das Wüten des Nazi-Mobs, das Brennen der Synagogen und das Splittern von Schaufenstern die Menschen  in Angst und Schrecken versetzte, ein Tag des Gedenkens und der Stille. Überall treffen sich zur Stunde Politiker, Vertreter jüdischer Organisationen und auch Kirchenleute an den Mahnmalen ehemaliger Bethäuser. In der Frankfurter Paulskirche aber findet die Hauptfeier in Deutschland statt. Der Publizist Alfred Grosser wird die Gedenkrede halten. Diese Rede aber ist in der deutschen jüdischen Welt umstritten. Manche, wie der stellvertretender Vorsitzende des Zentralrats der Juden und Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Frankfurts, Salomon Korn, drohten an, bei leisester Kritik Grossers den Saal zu verlassen. Worum geht es?

Man fürchtet Kritik eines jüdischen Sohnes (Grosser flüchtete mit seiner Familie jüdischer Herkunft 1933 vor den Nationalsozialisten nach Frankreich) an der israelischen Siedlungspolitik – Antisemitismus aus den eigenen Reihen sozusagen. Denn Grosser ist bekannt dafür, das Los der Palästinenser mit dem Holocaust zu vergleichen. Auschwitz bezeichnete er gar schon als “Moralkeule”. Auf Kritik jüdischer Verbände reagierte er zumeist grundsatzeisern mit einem: “Was ich zu sagen habe, sage ich.” In der Süddeutschen Zeitung betonte er am Montag, er werde Bundespräsident Horst Köhler zitieren. Dieser hatte in Israel gesagt, eine Lehre aus dem Nationalsozialismus müsse sein, dass man sich immer und überall für Freiheit, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzen müsse. “Das gilt offenbar nicht im Umgang mit Palästinensern”, so Grosser.

Wir dürfen gespannt sein auf Alfred Grossers Rede. Der 85jährige hat sich ja nichts mehr zu vergeben.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Der Papst und die Sagrada Familia

Samstag, 6. November 2010

Bild: "La Sagrada Familia" von "m@®©ãǿ►ðȅtǭǹȁðǿr◄© *** OFF ***" auf Flickr.com

Benedikt XVI. hätte einfach so zum Apostel Jakobus nach Santiago reisen können, nämlich als bußfertiger Pilger wie Hape Kerkeling, der darüber sein Buch “Ich bin dann mal weg” verfasste. Der deutsche Papst hat Grund genug, dem frommen katholischen Spanien seine Reverenz zu erweisen. Hier ist ihm die Unterstützung weiter Kreise der Gesellschaft sicher. Weit weg sind hier Gedanken wie Ökumene oder Pius-Bruderschaft oder auch so kräftezehrende Skandale wie die sexuellen Verfehlungen von Priestern. Spanien ist Ruheraum für Benedikt, denn Spanien ist die Heimat des Ignatius von Loyola (Gründer der Jesuiten) und eines Josemaría Escrivá (Spiritus rector des Opus Dei). Hier in südlicher Sonne ist die katholische Welt noch in Ordnung, betet man noch Rosenkranz und singt das Ave Maria. [Weiterlesen...]

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Paradies zu unseren Füßen

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Bild: "Paradise Desire Panic" von "stevebkennedy" auf Flickr.com

Liegt das Paradies hinterm Tunnel? Im Weiler Wiebrechtshausen, in einem Kloster dort, waren mal Nonnen beheimatet, haben gebetet und gearbeitet. Heute gibt es dort ein großes Gut der “Kleinwanzlebener Saat AG”, ein Global Player der Nutzpflanzenzüchtung.  Herr A. – ein eloquenter bayrischer Landwirt, ein positiver, lustiger, kerniger Mann, in Wahrheit aber ein profunder Kenner von Natur und biologischen Systemen – verwaltet dort eine Ökosaatstation. „Wir versuchen hier unter anderem Maissorten zu züchten, die dem Landwirt die Möglichkeit geben, einen ökologisch bewirtschafteten Hof zu führen.“ Das ist nicht einfach, wir dürfen ja nicht speziell düngen, wir dürfen keine Herbizide spritzen. Wir dürfen nur kontrollierte Saaten ausbringen.“ In Gummistiefeln stehen wir, alle möglichen Leute aus Einbecks Umgebung, auf dem morastigen Acker. Es hat zulange geregnet, war zulange zu kalt – ein schwieriges Jahr dieses Jahr. Dennoch werden auch 2010 wichtige Erkenntnisse gesammelt: Forschung und Entdeckergeist treffen auf harte Arbeit. Beides gehört zusammen.

Es ist schwer, paradiesnah zu pflanzen, aber es geht tatsächlich. Trickreich müssen die Ökolandwirte sein, aufpassen müssen sie auf die Bodenerosion, der Ertrag ist auch geringer. Aber es lohnt sich. Ökologisch produzierte und vermarktete Produkte finden immer mehr Kunden. Da sind nicht nur die Professoren darunter oder die ängstliche Mutter, die ihren Kindern das Beste geben will. Nein, auch eine Hartz IV Empfängerin hat gezeigt: man kann ökobewusst leben, ohne Einschränkung. [Weiterlesen...]

Kategorie: Allgemein | 4 Kommentare »

Das Ende der Risikogesellschaft

Samstag, 4. September 2010

Bild: "Free Children in Sneakers At The Skate Park Creative Commons" von "Pink Sherbet Photography" auf Flickr.com

So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, dass wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!  Derselbe Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.

Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf dass wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

In der Risikogesellschaft leben wir auf eigene Rechnung. Solidargemeinschaft war gestern und Generationenvertrag war gestern – jeder lebt jetzt für sich allein, jeder stirbt für sich allein. Sarrazin hat die Debatte angeheizt: wo sich nicht alle Menschen in die vorhandene Wertegemeinschaft integrieren, da entstehen Clans und kulturelle Enklaven. Das zerreißt eine Solidargesellschaft auf Dauer. Aber im Grunde haben sich auch die Seilschaften für alle höheren Jobs längst aus der Solidargemeinschaft verabschiedet.

Paulus beschwört im Römerbrief (siehe oben: Röm 8,12ff) den Geist der Kinder Gottes. Auch den Begriff Abrahams Kinder nimmt er an anderer Stelle in den Mund. Die Gemeinschaft der Christen ist für ihn Teil des Gottesvolkes, das vom Geist Gottes durchdrungen ist. Zunächst vom Geist der Zehn Gebote, der Tradition der Thora, später aber auch vom Geist Jesu. Jesus glaubte an dieses besondere Volk, dem das Reich Gottes verheißen war – Paulus auch.

Auffällig, wie Paulus diese Wertegemeinschaft beschreibt. Wie er nicht den Geist der Grausamkeit beschwört, der vom Römischen Weltreich Besitz ergriffen hatte, sondern  den Geist, der Menschen befähigt, solidarisch mit dem Mitmenschen umzugehen? Eine Gemeinschaft ist das, die in kindlichem Vertrauen auf Gott ABBA zu ihm sagt – Papa. Eine Gemeinschaft, die das Verhältnis von Eltern zu Kindern als prägend beschreibt, nicht das „jeder lebt für sich, jeder kämpft für sich, jeder stirbt für sich.

Nun gab es schon einmal Staatengebilde, die ihre Bürger bevormundet haben: die stalinistisch gegründete DDR zum Beispiel. Ich erinnere mich, 1989 im Frühjahr ein Buch zu meinem Kollegen geschmuggelt zu haben – das hieß „Der vormundschaftliche Staat“ und war von Rolf Henrich. Darin beschreibt er, dass der so genannte DDR- Mensch sich nicht ungern in die Hand des fürsorgenden Staates begeben hat. Er gewöhnte sich an vorgezeichnete Karrieren, an vorgestanzte Denkmuster, an lauwarme staatliche Fürsorge wie Mindestlohn und Beschäftigungsgarantie. Im Umkehrschluss: er hatte Angst vor Veränderung, vor der Übernahme von Eigenverantwortung, vor Ausscheren aus der Reihe. Vormundschaftsstaat und Überwachungsstaat, zwei Seiten einer Medaille des Totalitarismus. Die Bürger dieses Staates sagen „großer Bruder Mao“ aber eben nicht Abba, lieber Vater im Himmel. [Weiterlesen...]

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Versöhnung mit den Wiedertäufern

Samstag, 31. Juli 2010

Bild: "- baptism -" von "ChrisK4u" auf Flickr.com

In einer deutschen  Großkirche ist es normal, Kinder im Alter von drei bis sechs Monaten nach der Geburt zu taufen. Nicht alle Christen haben diese Taufpraxis, beispielsweise die Baptisten, eine Freikirche, die sich durch ethischen Rigorismus, den freiwilligen Zehnten und die Erwachsenentaufe auszeichnet. Davon zu unterscheiden sind die so genannten “Wiedertäufer”, eine christliche Bewegung der Reformationszeit, welche sich durch anfängliche Weltabgeschiedenheit und eine strikte Trennung von Staat und Kirche von den anderen reformatorischen Bewegungen abgrenzte.

Die Bezeichnung „Wiedertäufer“ entstand aus der Ablehnung der Säuglingstaufe und der dafür praktizierten „Wiedertaufe“ von Erwachsenen; die Bewegung selbst lehnte die Bezeichnung „Wiedertäufer“ aber ab und nannte sich „Gemeinde Gottes“ oder auch „Brüder in Christo“; sie sind von den reformatorischen Täufern und den Baptisten zu unterscheiden. Der Begriff “Wiedertäufer” war also historisch gesehen ein Kampfbegriff, um diese Sondergemeinschaft auszugrenzen und zu verunglimpfen. Das war zu verstehen, kam es doch in den 1530er Jahren in Münster (Westfalen), dem ” Neuen Jerusalem” der Anabaptisten zu totalitären Exzessen, die seinerzeit für Aufsehen und bürgerkriegsähnliche Kämpfe  sorgten. Genau betrachtet aber waren die Wiedertäufer die ersten Vorkämpfer der persönlichen Religionsfreiheit, z. T. sogar revolutionär-kommunistisch gesinnt. Sie zerfielen in zwei Gruppen: die Schwertler, die das Reich Gottes mit Gewalt durchzusetzen versuchten (Müntzer, Wiedertäufer in Münster) sowie die Stäbler, die mit dem „Wanderstab“, d. h. auf friedliche Weise, ihre Gedanken vertraten.

Nun kam es 480 Jahre später, in Stuttgart auf dem Kongress des Lutherischen Weltbundes,  zur Annäherung der Lutheraner auf der einen und den Mennoniten auf der anderen Seite, ja sogar zu einer Versöhnung. Eine internationale Studienkommission hatte zwischen 2005 und 2008 die wenig segensreiche Geschichte des Verhältnisses zwischen beiden aufgearbeitet. Auf den Ergebnissen konnte man aufbauen – so bestätigte der Rat des Lutherischen Weltbundes im Oktober 2009 einstimmig die Bitte um Vergebung. Das schloss nicht immer noch bestehende theologische Unterschiede aus. Aber es machte den Weg frei für einen Bußgottesdienst und ein einstimmig gefasstes Schuldbekenntnis der Vollversammlung des LWB gegenüber den Anabaptisten (Wiedertäufer).

„Im Vertrauen auf Gott, der in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnte, bitten wir deshalb Gott und unsere mennonitischen Schwestern und Brüder um Vergebung für das Leiden, das unsere Vorfahren im 16. Jahrhundert den Täufern zugefügt haben, für das Vergessen oder Ignorieren dieser Verfolgung in den folgenden Jahrhunderten und für alle unzutreffenden, irreführenden und verletzenden Darstellungen der Täufer und Mennoniten, die lutherische AutorenInnen bis heute in wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Form verbreitet haben.“ Ein gewaltiger Schritt der Einsicht und Reue, der nun ein Einlenken auf der anderen Seite möglich machte. Für die Mennonitische Weltkonferenz nahm Präsident Danisa Ndlovu (Simbabwe) das Schuldeingeständnis des LWB an.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Tragödie oder Freiheit – das ist hier die Frage

Freitag, 30. Juli 2010

“Wo Gott und Mensch zusammenstoßen, entsteht Tragödie.”

Das ist das Motto der diesjährigen Salzburger Festspiele.An 37 Tagen und 11 verschiedenen Spielstätten gibt es 191 Aufführungen  in Oper, Theater und Konzert. Man erwartet in der Mozartstadt etwa 220.000 Gäste – ein gewaltiges Image-Projekt für eine mittelgroße Stadt. Nun also stehen die Götter im Mittelpunkt der Diskussion. Das Motto hat schon für Diskussionsstoff gesorgt. Der katholische Erzbischof in Salzburg Alois Kothgasser hat bereits seine gravierenden Vorbehalte angemeldet. Aus christlicher Sicht sei einer Gleichsetzung von Religion und Gewalt entschieden zu widersprechen. „Der christliche Gott ist ein Gott mit uns, nicht gegen uns“, stellte Kothgasser fest. Auch die Öffentlichkeit ist gespalten. Aber – was gibt es besseres für ein Festspieljahr als ein kontrovers diskutiertes Motto? Das erzeugt Rauschen im Blätterwald. Und selbst die Kirche ist dadurch in einer produktiven Diskussion.

Nun ist es unzweifelbar, dass die griechische Sagenwelt voll ist mit Blut, Leid und Tränen. Gerade die homerische Tragödie um Agamemnon, Paris und die schöne Helena, deren Dreiecksbeziehung in einen wahrhaft weltenzerstörenden Krieg um Troja mündet, stellt das Einmischen himmlischer (oder besser: olympischer) Mächte heraus. Griechische Götter gießen Öl ins Feuer, sorgen sich nicht um Versöhnung, wollen Unterwerfung, sind rachesüchtig und selbstverliebt. Menschen leiden ihr (fast schon vorbestimmtes Schicksal), können nicht heraus aus der ihnen zugedachten Rolle, werden Helden gerade erst im Untergang. Keiner, der ungeschoren davonkäme, selbst Odysseus nicht. [Weiterlesen...]

Kategorie: Allgemein | 1 Kommentar »

Seiten: « 1 2 3 4 5 ...21 22 23 »