Artikel zum Thema Auferstehung
“Total Recall” im Buch des Lebens?
Montag, 22. November 2010Etwas Plastik – ein paar Schaltkreise – etwas Strom – und fertig ist ein elektronisches Speichermedium. Ich habe einen kleinen Stick zuhause – der mein ganzes pfarramtliches Archiv beherbergt. Also alles, was ich jemals geschrieben und gedacht habe. Vor 25 Jahren, als junger Pastor, habe ich begonnen, alle meine papiernen Reden aufzuheben. Längst habe ich es aufgegeben.
Von einem Amerikaner wurde vor einiger Zeit berichtet, er habe sich am Kopf eine winzige Kamera montiert. Die mache alle fünf Minuten ein Foto von seiner Umgebung, von dem, was seine Augen sehen, wohin immer er seinen Kopf wendet. 12 Bilder in der Stunde. 24×12 am Tag. 24x12x365 im Jahr, 24x12x365x50 im Leben. Das sind dann hochgerechnet 5 Millionen 256 Tausend Bilder – wahllos aus dem Leben aufgenommen. Wenn er schläft, wenn er frühstückt, wenn er sich mit Freunden trifft, wenn er auf dem Klo sitzt, wenn er unter der Dusche steht, wenn er seine Frau küsst. Immer ist die Kamera dabei. Keine Totalüberwachung, soweit würde dieser Amerikaner nicht gehen, aber Totalerinnerung. Alles wird aufgehoben. Die Kamera ist mit dem Internet verbunden und sendet die Bilder in einen großen Datenspeicher. Irgendwo steht der – irgendwo in einer einsamen Prärie vermutlich, eine große Halle und da summen die Prozessoren der gigantischen Speichermaschine, und darin die Bilderflut dieses einen Menschen. Unser aller Bilder sind auch schon darin! All die Alltagsfotos und Filmchen mit der handlichen Video-Kamera, all die IPhone-Zufallsschnappschüsse, die Grüße, die Belegfotos. [Weiterlesen...]
Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »
In der Einsamkeit des Mondes
Donnerstag, 20. November 2008
Bild: "Buzz Aldrin auf dem Mond, 1969"/ Source:Life auf Google.com
Einsam steht ein Mann vor einer Flagge. Dunkelheit um ihn. Ödnis bis zum Horizont und weiter hinaus. Im Sand sind Stiefelspuren. Im Schatten eine Metallkonstruktion. Die Flagge ist das Sternenbanner. Wir schreiben das Jahr 1969. Buzz Aldrin, der Nasa-Astronaut salutiert.
Geschützt nur durch seinen dicken Anzug steht er im luftleeren Raum des Mondes. Auf dem Mond ist klirrende Kälte und flirrende Hitze. Auf dem Mond kann der Mensch nicht sein. Kein Leben da. Nur karge felsige Ödnis. Später schreiben die Astronauten, erst diese Begegnung mit der Lebensfeindlichkeit des Mondes habe ihnen gezeigt, wie freundlich und bergend, aber auch wie verletzlich die Erde mit ihrer Lebenssphäre ist.
Am Totensonntag gedenken wir der Menschen, die gestorben sind. Wir denken an „unsere” Menschen. Sie gehörten einmal zu uns, wir liebten sie, wir lebten mit ihnen, uns verbindet gemeinsames Lachen und Weinen. Nun sind sie nicht mehr. Wo sind sie? Ist der Tod wie jene Ödnis des Mondes? Es ist gut, dass unsere Toten ein Grab haben, dass wir ihnen Blumen mit hineingeben, dass unsere eigene Hand sie mit Erde bedeckt. Und manchmal hören wir am Grab jene Worte mit dem warmen Klang, die unsere Sehnsucht und Liebe ausdrücken: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund sein voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens (Psalm 126,1+2). [Weiterlesen...]
Kategorie: Allgemein | 1 Kommentar »

