Artikel zum Thema Ewigkeit
In der Einsamkeit des Mondes
Donnerstag, 20. November 2008
Bild: "Buzz Aldrin auf dem Mond, 1969"/ Source:Life auf Google.com
Einsam steht ein Mann vor einer Flagge. Dunkelheit um ihn. Ödnis bis zum Horizont und weiter hinaus. Im Sand sind Stiefelspuren. Im Schatten eine Metallkonstruktion. Die Flagge ist das Sternenbanner. Wir schreiben das Jahr 1969. Buzz Aldrin, der Nasa-Astronaut salutiert.
Geschützt nur durch seinen dicken Anzug steht er im luftleeren Raum des Mondes. Auf dem Mond ist klirrende Kälte und flirrende Hitze. Auf dem Mond kann der Mensch nicht sein. Kein Leben da. Nur karge felsige Ödnis. Später schreiben die Astronauten, erst diese Begegnung mit der Lebensfeindlichkeit des Mondes habe ihnen gezeigt, wie freundlich und bergend, aber auch wie verletzlich die Erde mit ihrer Lebenssphäre ist.
Am Totensonntag gedenken wir der Menschen, die gestorben sind. Wir denken an „unsere” Menschen. Sie gehörten einmal zu uns, wir liebten sie, wir lebten mit ihnen, uns verbindet gemeinsames Lachen und Weinen. Nun sind sie nicht mehr. Wo sind sie? Ist der Tod wie jene Ödnis des Mondes? Es ist gut, dass unsere Toten ein Grab haben, dass wir ihnen Blumen mit hineingeben, dass unsere eigene Hand sie mit Erde bedeckt. Und manchmal hören wir am Grab jene Worte mit dem warmen Klang, die unsere Sehnsucht und Liebe ausdrücken: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund sein voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens (Psalm 126,1+2). [Weiterlesen...]
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Totentanz im Brautkleid
Dienstag, 8. Juli 2008Ein seltsames Museum ist das.
Ich drücke das Portal auf, zahle meinen Obulus, lege Tasche und Mantel in der Garderobe ab. So weit – so gut. Dann betrete ich die Ausstellungshalle und erstarre vor einer Installation. In einem Geviert aus Eisenstangen hat sich die Hülle eines menschlichen Körpers verfangen. Ist es Haut, ist es durchsichtiger Stoff? Nur die Umrisse der Extremitäten sind erkennbar. Eine leere Hülle – das bleibt vom Leben des Menschen übrig, so die Botschaft eines Künstlers, der mir dieses Objekt in den Weg gestellt hat. Dieses Museum ist seltsam. Es zwingt mich schon beim ersten Meter, mich dem Gedanken an den Tod zu stellen. [Weiterlesen...]
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