Artikel zum Thema Israel
Kritik eines jüdischen Sohnes
Dienstag, 9. November 2010Der 9. November ist in Deutschland seit 72 Jahren, seit das Unrecht der “Reichspogromnacht” zum Himmel schrie, das Wüten des Nazi-Mobs, das Brennen der Synagogen und das Splittern von Schaufenstern die Menschen in Angst und Schrecken versetzte, ein Tag des Gedenkens und der Stille. Überall treffen sich zur Stunde Politiker, Vertreter jüdischer Organisationen und auch Kirchenleute an den Mahnmalen ehemaliger Bethäuser. In der Frankfurter Paulskirche aber findet die Hauptfeier in Deutschland statt. Der Publizist Alfred Grosser wird die Gedenkrede halten. Diese Rede aber ist in der deutschen jüdischen Welt umstritten. Manche, wie der stellvertretender Vorsitzende des Zentralrats der Juden und Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Frankfurts, Salomon Korn, drohten an, bei leisester Kritik Grossers den Saal zu verlassen. Worum geht es?
Man fürchtet Kritik eines jüdischen Sohnes (Grosser flüchtete mit seiner Familie jüdischer Herkunft 1933 vor den Nationalsozialisten nach Frankreich) an der israelischen Siedlungspolitik – Antisemitismus aus den eigenen Reihen sozusagen. Denn Grosser ist bekannt dafür, das Los der Palästinenser mit dem Holocaust zu vergleichen. Auschwitz bezeichnete er gar schon als “Moralkeule”. Auf Kritik jüdischer Verbände reagierte er zumeist grundsatzeisern mit einem: “Was ich zu sagen habe, sage ich.” In der Süddeutschen Zeitung betonte er am Montag, er werde Bundespräsident Horst Köhler zitieren. Dieser hatte in Israel gesagt, eine Lehre aus dem Nationalsozialismus müsse sein, dass man sich immer und überall für Freiheit, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzen müsse. “Das gilt offenbar nicht im Umgang mit Palästinensern”, so Grosser.
Wir dürfen gespannt sein auf Alfred Grossers Rede. Der 85jährige hat sich ja nichts mehr zu vergeben.
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Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise
Freitag, 25. Dezember 2009Es gibt Menschen, die stehen mit ihrem Leben für eine ganze Generation. Es gibt Menschen, an denen sich andere aufrichten können, wieder Hoffnung schöpfen. Es gibt Menschen, deren Verhalten getrost zur Maxime einer allgemeingültigen Ethik werden könnte (im Sinne Kants). Zu diesen Menschen gehörte der Seemann und Kapitän Yitzhak (Ike) Aharonovitch.
Am Mittwoch starb er 86jährig. Berühmt wurde er mit dem unter seinem Kommando fahrenden Flüchtlings-Schiff ”Exodus“, mit dem er die britische Blockade Palästinas durchbrechen wollte. Das Schiff startete 1947 in Frankreich in Richtung des damals von den Briten kontrollierten Mandatsgebiet Palästina mit 4554 Passagieren an Bord. Diese waren überwiegend Holocaustüberlebende. Die britische Marine brachte das Schiff allerdings auf und schickte die Flüchtlinge nach Deutschland, wo die Menschen auf ehemalige Konzentrationslager verteilt wurden, die von den Alliierten in der Zwischenzeit in Lager für so genannte ”displaced persons” umfunktioniert worden waren. Darüber kam es zu weltweiten Protesten. Kapitän Yitzhak Aharonovitch wurde durch sein vorbildliches Verhalten in den dramatischen Wochen auf See berühmt. Seine Civilcourage bleibt unvergessen.
Die Irrfahrt der „Exodus“ inspirierte den amerikanischen Schriftsteller Leon Uris zu seinem gleichnamigen Doku-Roman, den 1960 Otto Preminger zu einer Hollywood-Saga verfilmte. Kommentar des bekannten israelischen Schriftstellers Joram Kanjuk überYitzhak Aharonovitch: dieser habe mit seinem Mut den britischen Mandatsbehörden „moralisch das Genick gebrochen“. Ein “Träumer und Kämpfer” wie sein Bruder ihn titulierte, tritt nun seine letzte große Reise an.
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Bundesverdienstkreuz für Felicia Langer – eine Belastung für das deutsch-israelische Verhältnis?
Montag, 20. Juli 2009Die in Tübingen lebende jüdische Rechtsanwältin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Felicia Langer erhielt am 17. Juli aus den Händen von Staatssekretär Hubert Wicker das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Wicker betonte, Frau Langer habe sich „für die Wahrung der Menschenrechte“ eingesetzt. Beharrlich verfolge sie dabei ihr Ziel, “eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern zu bauen”.
Ob ihr das gelingen könne, ja ob sie denn die Ehrung der Bundesrepublik Deutschland überhaupt verdient habe, ist zumindest umstritten. Heftigste Kritik an der Verleihung des Verdienstordens übte Ralph Giordano. Niemand habe in den letzten 25 Jahren mit einer an Blindheit grenzenden Einseitigkeit Israel mehr geschadet als sie. Sie sei “schrillste Anti-Israel-Fanfare in Deutschland”.Sie betreibe eine “notorischen Täuschung ihres Publikums über Totalität und Kausalität des Nahostkonflikts”. [Weiterlesen...]
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Schwarze Hebräer – endlich im Land der Sehnsucht anerkannt
Mittwoch, 25. März 2009
Bild: "View from Gilo Neighborhood - Jerusalem Israel toward Bethlehem and Beit Jala" von "david55king" auf Flickr.com
Integration ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Integration gelingt, wenn Menschen aufeinander zu gehen. Am Anfang überwiegt bei der einen Seite die Sehnsucht nach Heimat, bei der anderen die Skepsis, ob die kulturellen Unterschiede nicht doch zu groß sind. Eine oder zwei Generationen später, wenn die Kinder der Einwanderer ganz selbstverständlich das Land als ihr Mutter- der Vaterland betrachten, entscheidet sich, ob die Integration gelungen ist. Ein Beispiel für Integration wird gerade aus Israel gemeldet. Da passierte eine Einwanderung, weil die Gruppe der Einwanderer ganz fest daran glaubte, das Land der Bibel sei das Land ihrer Vorväter. Dementsprechend groß war die Sehnsucht, gerade in diesem Land zu leben. Israelis können das nachempfinden, sehr sogar.
Nun ist diese Sehnsucht gestillt worden. Der erste der so genannten „Schwarzen Hebräer” hat die Staatsbürgerschaft Israels erhalten. 1969 ist er aus Amerika eingewandert – der Afroamerikaner Elyahkeem Ben Yehuda – und mit ihm 3000 Glaubensbrüder. Sie wollten in dem Land ihrer Sehnsucht leben, mehr noch, sie wollten als ganz normale Juden leben. Jüdisch sein – das war ihnen eine Ehre, berufen sie sich dabei doch auf den Stammvater Juda.
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Ich bin solidarisch …
Montag, 28. Juli 2008Haben die Fußballer Diego und Rafinha, die in Peking für ihre Länder um olympisches Gold spielen wollen, unsere Solidarität verdient? (WELT ONLINE) Oder sollen wir Bremens Bürgermeister Jens Börnsen folgen, der Solidarität für Kurt Beck bekennt? (SÜDDEUTSCHE) Wenn aber der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Milchviehzüchter (BDM), Romuald Schaber klarstellt: „Der Milchstreik war kein Käse“ und der Streik habe unter 88 Prozent der Bevölkerung Solidarität gefunden (MITTELBAYERISCHE), dann hat er doch Recht, oder? [Weiterlesen...]
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