Artikel zum Thema Jerusalem
Der König der Blinden und Lahmen
Freitag, 13. Mai 2011Biblische Fundstücke
2. Samuel 5,1-16: David wird König in Israel
Es wird in der Bibel berichtet, David sei von allen Stämmen Israels in Hebron “vor dem HERRN” zum König gesalbt worden. Ein Orakelspruch Gottes bekräftigte diesen politischen Akt: “Du sollst mein Volk Israel weiden.” Der Hirte Israels, also der “der weidet”, ist in späterer Zeit aber Gott selbst. Es gab wohl keinen König in Israel mehr oder, die die da waren, haben versagt. In Psalm 23 findet sich also versteckt eine Kritik an der Monarchie. Der Fromme baut nicht mehr auf politische Macht, sondern stellt alles der Gnade Gottes anheim.
Weitere (historische?) Notizen sind die Eroberung Jerusalems (die Stadt der “Jebusiter”) und der Bau des königlichen Palastes durch Spezialisten (“Zimmerleute und Steinmetzen”) aus dem phönizischen Tyrus. In diesen Palast zog ein Hofstaat samt Harem (“Frauen und Nebenfrauen”) ein. Die Eroberung der Jebusiterstadt (“Burg Zion”) gelang durch ein Kommandounternehmen des Joab und seiner Leute, der durch einen (Brunnen-?) Schacht in die befestigte Siedlung eindrang.
Die Jebusiter hatten die jüdischen Kämpfer über die Mauer hinweg verspottet: eher kämen Blinde und Lahme in die Stadt als David, sprich niemals! David aber spornt seine Leute gerade damit an. Nach der Eroberung wurde daraus (ein lokales?) Sprichwort: lass niemals Blinde und Lahme in die Stadt. Zu denken wäre auch an ähnliche Militäraktionen, bei denen sich die Soldaten als Blinde und Lahme, sprich als Bettler, verkleideten, um nicht aufzufallen. [Weiterlesen...]
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In einem Londoner Bus dem Geheimnis Gottes auf der Spur
Mittwoch, 8. April 2009Ein Bus fährt durch London – mit Werbung für die Absage an den Glauben. Wie ein Konzert, das man absagt mit den Worten „Der Kapellmeister liegt mit Grippe darnieder und leider hat sich kein Ersatz gefunden auf die Schnelle.”
Initiatorin der Werbeaktion ist eine junge britische Atheistin. „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” steht auf dem Bus. Der Slogan auf dem Bus geht denn auch weiter:”Hört auf, euch Sorgen zu machen und freut euch des Lebens.”
Die Betonung liegt auf dem Wörtchen “wahrscheinlich”. Da wird wohl jemand nachgerechnet haben, wie die Aktien für Gott stehen. Und ist zu dem Ergebnis gekommen, es spreche mehr gegen ihn als für ihn. [Weiterlesen...]
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Schwarze Hebräer – endlich im Land der Sehnsucht anerkannt
Mittwoch, 25. März 2009
Bild: "View from Gilo Neighborhood - Jerusalem Israel toward Bethlehem and Beit Jala" von "david55king" auf Flickr.com
Integration ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Integration gelingt, wenn Menschen aufeinander zu gehen. Am Anfang überwiegt bei der einen Seite die Sehnsucht nach Heimat, bei der anderen die Skepsis, ob die kulturellen Unterschiede nicht doch zu groß sind. Eine oder zwei Generationen später, wenn die Kinder der Einwanderer ganz selbstverständlich das Land als ihr Mutter- der Vaterland betrachten, entscheidet sich, ob die Integration gelungen ist. Ein Beispiel für Integration wird gerade aus Israel gemeldet. Da passierte eine Einwanderung, weil die Gruppe der Einwanderer ganz fest daran glaubte, das Land der Bibel sei das Land ihrer Vorväter. Dementsprechend groß war die Sehnsucht, gerade in diesem Land zu leben. Israelis können das nachempfinden, sehr sogar.
Nun ist diese Sehnsucht gestillt worden. Der erste der so genannten „Schwarzen Hebräer” hat die Staatsbürgerschaft Israels erhalten. 1969 ist er aus Amerika eingewandert – der Afroamerikaner Elyahkeem Ben Yehuda – und mit ihm 3000 Glaubensbrüder. Sie wollten in dem Land ihrer Sehnsucht leben, mehr noch, sie wollten als ganz normale Juden leben. Jüdisch sein – das war ihnen eine Ehre, berufen sie sich dabei doch auf den Stammvater Juda.
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Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem
Freitag, 25. Juli 2008Solidarität mit Israel
… hat in der bundesdeutschen Außenpolitik oberste Priorität. Seit dem Holocaust versucht guter Wille mit Zuwendungen aller Art gut zu machen, was gut zu machen ist. Die Generation der Überlebenden von Auschwitz und Birkenau ist bald weggestorben. Längst sind neue Generationen junger Israelis nachgewachsen, die keine Scheu haben, über ihre Geschichte nachzudenken und auch mit jungen Deutschen darüber ins Gespräch zu kommen.
Die Diskussion in Deutschland selbst ist allerdings immer noch verkrampft. Es gilt die Fahne des Gedenkens gegen neonazistische Anwandlungen Unverbesserlicher hoch zu halten.
Dabei sollte der Blick vielmehr nach vorne gerichtet sein. Durch den Zuzug russischer Übersiedler hat die Jüdische Gemeinde in Deutschland, mag sie sich liberal nennen oder orthodox, Integrationsprobleme eigener Art. Viele der Neuankömmlinge wissen nichts mehr vom jüdischen Glauben, sind eher wegen der Verheißungen des Westens nach Berlin oder Dresden oder Frankfurt oder München gekommen. Immerhin: es werden überall neue Bethäuser gebaut, Gemeinden gegründet, Anstrengungen zur Integration unternommen. Jüdisch sein in Deutschland soll etwas ganz Normales sein – und ich sehe viel Wohlwollen auch auf Seiten der großen deutschen Kirchen, dieses Nebeneinander der Buchreligionen zu fördern und zu begrüßen. Schön auch, wenn wissbegierige Schulklassen und Konfirmandengruppen Synagogen besuchen und so ihre Scheu abbauen. [Weiterlesen...]
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