Artikel zum Thema Leben

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Vergiss es nie: dein Leben – ein Geschenk

Donnerstag, 27. Mai 2010

Bild: "Tree of Life" von h.koppdelaney auf Flickr.com

Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und das du atmest, kein Entschluss von dir. Vergiss es nie: Das du lebst, war eines anderen Idee, und das du atmest, sein Geschenk an Dich. Lieder sind zum Singen da. Erst ist da die Musik, die einen mitnimmt, dann vielleicht die Bindung an einen bestimmten Künstler, dann der Text. Früher saß man mit 14 Jahren vor dem Radio und schrieb die Texte mit. Heute stehen sie im Internet. Man möchte ja nicht nur mitsummen, sondern mitsingen. Manchmal fesselt der Text. Da hat sich einer Gedanken gemacht. Oder es schimmert etwas von seinem Leben durch, von seiner Biographie. Jürgen Werth heißt der Dichter dieser Liederverse. 1951 geboren – ausgebildeter Journalist – Chefredakteur des Evangeliumsrundfunks – 3 Jahre Sprecher beim Wort zum Sonntag – heute in leitender Stellung in einem großen christlichen Verband.

Du bist du – 2004 auf CD erschienen. Ein Hit. Sofort. Warum? Nicht nur weil die Melodie eingängig ist, sondern weil jeder versteht, worum es geht: du – bist – geachtet. Du bist kein Nobody. Du bist eben du. Das verstehen auch die Kinder in den Plattenbauten von Berlin Marzahn, nicht nur die behüteten. Und vergessen sollen sie es nie – sagt Jürgen Werth. Kann schon passieren, wenn man auf der großen Welle geschwommen ist wie der große Fußballer Ribery – und plötzlich ist man der Loser. Im Überschwang einen Fehltritt begangen, wofür ihm seine Ehefrau die Ohren langzieht, aber dann an die weltweite Öffentlichkeit gezerrt. Hier der begnadete Star – dort der Depp. Man kann tief fallen. Davor haben alle Angst – ein bisschen. Wir sind ja nicht Ribery. Wir stürzen nicht aus solcher Höhe, wenn uns mal was danebengeht, wenn wir in Überschwang oder Dollerei ins Abseits geraten. Vergiss es nie – das meint: selbst in solchen Augenblicken, wo du im Boden versinken magst, erinner dich dran: du bist ein Gedanke Gottes. Selbst du, der du dich für normal hältst – ein genialer Gedanke Gottes. [Weiterlesen...]

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Cappucino in Köln

Sonntag, 14. Dezember 2008

Bild: "Gerhards window" von "phanthomas" auf Flickr.com

Sie lebt auf dem Land. Irgendwo, wo der Bäckerwagen zweimal die Woche bei ihr vorbeischaut. Dann geht sie die paar Stufen hinauf und freut sich auf den frischen Geruch der Brötchen. Sie kauft immer eines mehr für sich. Das eine hebt sie auf für den nächsten Tag. Es ist der einzige Luxus, den sie sich gönnt. Ansonsten hat sie nichts mehr, worauf sie sich noch freuen könnte. Die Kinder sind aus dem Haus, schauen ein paar Mal im Jahr vorbei und fahren dann doch schon am Abend wieder. Sie haben schließlich ihr eigenes Leben, wie sie sagen. Oder haben sie es gar nicht gesagt? Vielleicht hat sie sich das nur eingebildet. [Weiterlesen...]

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In der Einsamkeit des Mondes

Donnerstag, 20. November 2008

Bild: "Buzz Aldrin auf dem Mond, 1969"/ Source:Life auf Google.com

Einsam steht ein Mann vor einer Flagge. Dunkelheit um ihn. Ödnis bis zum Horizont und weiter hinaus. Im Sand sind Stiefelspuren. Im Schatten eine Metallkonstruktion. Die Flagge ist das Sternenbanner. Wir schreiben das Jahr 1969. Buzz Aldrin, der Nasa-Astronaut salutiert.
Geschützt nur durch seinen dicken Anzug steht er im luftleeren Raum des Mondes. Auf dem Mond ist klirrende Kälte und flirrende Hitze. Auf dem Mond kann der Mensch nicht sein. Kein Leben da. Nur karge felsige Ödnis. Später schreiben die Astronauten, erst diese Begegnung mit der Lebensfeindlichkeit des Mondes habe ihnen gezeigt, wie freundlich und bergend, aber auch wie verletzlich die Erde mit ihrer Lebenssphäre ist.

Am Totensonntag gedenken wir der Menschen, die gestorben sind. Wir denken an „unsere” Menschen. Sie gehörten einmal zu uns, wir liebten sie, wir lebten mit ihnen, uns verbindet gemeinsames Lachen und Weinen. Nun sind sie nicht mehr. Wo sind sie? Ist der Tod wie jene Ödnis des Mondes? Es ist gut, dass unsere Toten ein Grab haben, dass wir ihnen Blumen mit hineingeben, dass unsere eigene Hand sie mit Erde bedeckt. Und manchmal hören wir am Grab jene Worte mit dem warmen Klang, die unsere Sehnsucht und Liebe ausdrücken: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund sein voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens (Psalm 126,1+2). [Weiterlesen...]

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Diamantaugen

Samstag, 12. Juli 2008

eine stufe
im würdigen laufschritt
hinauf

eilend
licht gleißt
in den knospen

eine fliege
ruhig
ohne angst [Weiterlesen...]

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Habenichtse lernen Hoffnung

Samstag, 5. Juli 2008

Bild

Bild “Exodus” (Cassandra talking version) von Iguana Jo /Flickr

Das Paradies im verqualmten Wanderzelt

Als evangelische Jugendgruppe am Kemijärvi (Finnland) hockten wir im verqualmten Zelt am Feuer und schauten in den schwarzen-speckigen Hordentopf, hielten unseren Napf hin und empfingen jeder einen Schlag Suppe mit Mücken. Uns schmeckte es wie das himmlische Manna.

Zusammensein und essen – das hat etwas paradiesisches an sich, ist wie ein heiliges Abendmahl, ohne dass man es merkt – Gemeinschaft, Freundschaft – für einen Moment keine Sorgen.

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