Artikel zum Thema synode

Ein Meister des Wortes ist Bischof in Hannover

Donnerstag, 25. November 2010

Bild:"DSC_5155-1" von "Presse.Nordelbien" auf Flickr.com

Ralf Meister ist neuer Chef der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die gerade stattfindende Synode hat ihn mit großer Mehrheit gewählt. Er folgt damit Margot Käßmann nach, deren Rücktritt vom Amt der EKD-Ratsvorsitzenden und Bischöfin derselben Landeskirche er in der ARD als Sprecher des Wortes zum Sonntag kommentiert hat. Welche Koinzidenz der Ereignisse!

Die Finanzen sind wohl gut geordnet in Hannover (liegt auch an der guten Konjunktur). Strukturreformen wurden schon zu Zeiten seiner populären Vorgängerin eingeleitet. Sie beginnen zu greifen. Die schmerzlichsten Einschnitte in den Bestand (nicht unbedingt notwendiger) kirchlicher Angebote haben vergangene Synoden schon getan. Gejammer darum ist verhallt. Nun kann sich die Kirche in Norddeutschland wieder auf ihr Kerngeschäft besinnen, die Vermittlung der Frohen Botschaft in allen kulturellen und religiösen Bezügen und an allen gesellschaftlichen Schnittstellen und Fronten. Dafür ist der eloquente “Meister des Wortes” vielleicht genau der richtige. Er tritt in die Fußstapfen der äußerst medienwirksamen Margot Käßmann und hält die Fahne der rhetorischen Ausrichtung der protestantischen Bewegung in Deutschland hoch. Hannovers Protestanten jedenfalls haben sich für die Fortführung des eingeschlagenen Weges entschieden: hin zu den telegenen Kampfgebieten des öffentlichen Diskurses, gegen ein introvertiertes Reservatchristentum des rechten Glaubens. Nicht Binnenkirche, Sammlungsbewegung, Frömmlertum sondern Kirche für die Welt und in der Welt wollen die Hannoveraner sein.

Willkommen in der “Kirche der Freiheit”, willkommen in der Kirche der Zukunft.

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1934 Berlin-Dahlem: Die Kirche organisierte ihren Widerstand gegen Hitler

Montag, 19. Oktober 2009


Das Kalenderblatt notiert am 19. Oktober die Bekenntnissynode in Berlin-Dahlem im Jahre 1934. Was geschah dort?

Diese Versammlung wichtiger Kirchenvertreter der evangelischen Kirchen in Deutschland erhob als erste den Anspruch, rechtmäßiges Leitungsorgan der evangelischen Kirche zu sein und stellte sich damit in offenen Gegensatz zu den deutschchristlichen, also von Hitler und der NSDAP bestimmten, Kirchenbehörden und Leitungsorganen. Dabei ging es um den Selbstschutz der Kirche gegen staatliche Übergriffe.

Man verabschiedete das so genannte Dahlemer Notrecht. Dieses Notrecht traf die Feststellung, die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche sei „zerschlagen“. Die nationalsozialistisch beeinflussten Deutsche Christen, die etwa in der Person Ludwig Müllers an der Spitze der nationalen Kirche sowie der verschiedenen Landeskirchen, standen, wurden mit dieser Erklärung wegen ihres Handelns durch den Reichsbruderrat faktisch exkommuniziert. Die neue Leitung der evangelischen Kirche in Deutschland liege nunmehr bei dem von der Synode gewählten Reichsbruderrat. Man bezeichnete die Anhänger des Dahlemer Notrechts auch als “Dahlemiten”.

Nach der Gründung der Evangelische Kirche in Deutschland in Eisenach im Juli 1948 wurde diese als die rechtmäßige Kirchenleitung vom Bruderrat der EKD anerkannt, und der Bruderrat trat seinen Leitungsanspruch an den Rat der EKD ab und beendete somit das Kirchliche Notrecht.

Quelle: Wikipedia

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Kalte Fusion?

Freitag, 14. November 2008

Demnächst fusionieren zwei Landeskirchen zu einer. Das ist selten in der deutschen evangelischen Kirchenlandschaft. Bis jetzt wurde eifersüchtig über Autonomie und Ressourcenfreiheit gewacht. Doch die derzeitigen und zukünftigen Strukturprobleme meinen die Kirchenprovinz Sachsen (bisheriger Sitz in Magdeburg) und die Thüringische Kirche (Erfurt) durch eine Fusion zur Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) besser meistern zu können. Insider fragen sich jedoch, warum in Erfurt ein Landeskirchenamt mit viel Geld ausgebaut wird, da doch ein solches in Magdeburg bereit gestanden hätte. Immerhin wird der zukünftige Bischof in Magdeburg residieren – beide Seiten mussten wohl Kompromisse eingehen, die vermuten lassen, dass die neue Lebensgemeinschaft keine Liebesheirat war. [Weiterlesen...]

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