Artikel zum Thema Taufe

Versöhnung mit den Wiedertäufern

Samstag, 31. Juli 2010

Bild: "- baptism -" von "ChrisK4u" auf Flickr.com

In einer deutschen  Großkirche ist es normal, Kinder im Alter von drei bis sechs Monaten nach der Geburt zu taufen. Nicht alle Christen haben diese Taufpraxis, beispielsweise die Baptisten, eine Freikirche, die sich durch ethischen Rigorismus, den freiwilligen Zehnten und die Erwachsenentaufe auszeichnet. Davon zu unterscheiden sind die so genannten “Wiedertäufer”, eine christliche Bewegung der Reformationszeit, welche sich durch anfängliche Weltabgeschiedenheit und eine strikte Trennung von Staat und Kirche von den anderen reformatorischen Bewegungen abgrenzte.

Die Bezeichnung „Wiedertäufer“ entstand aus der Ablehnung der Säuglingstaufe und der dafür praktizierten „Wiedertaufe“ von Erwachsenen; die Bewegung selbst lehnte die Bezeichnung „Wiedertäufer“ aber ab und nannte sich „Gemeinde Gottes“ oder auch „Brüder in Christo“; sie sind von den reformatorischen Täufern und den Baptisten zu unterscheiden. Der Begriff “Wiedertäufer” war also historisch gesehen ein Kampfbegriff, um diese Sondergemeinschaft auszugrenzen und zu verunglimpfen. Das war zu verstehen, kam es doch in den 1530er Jahren in Münster (Westfalen), dem ” Neuen Jerusalem” der Anabaptisten zu totalitären Exzessen, die seinerzeit für Aufsehen und bürgerkriegsähnliche Kämpfe  sorgten. Genau betrachtet aber waren die Wiedertäufer die ersten Vorkämpfer der persönlichen Religionsfreiheit, z. T. sogar revolutionär-kommunistisch gesinnt. Sie zerfielen in zwei Gruppen: die Schwertler, die das Reich Gottes mit Gewalt durchzusetzen versuchten (Müntzer, Wiedertäufer in Münster) sowie die Stäbler, die mit dem „Wanderstab“, d. h. auf friedliche Weise, ihre Gedanken vertraten.

Nun kam es 480 Jahre später, in Stuttgart auf dem Kongress des Lutherischen Weltbundes,  zur Annäherung der Lutheraner auf der einen und den Mennoniten auf der anderen Seite, ja sogar zu einer Versöhnung. Eine internationale Studienkommission hatte zwischen 2005 und 2008 die wenig segensreiche Geschichte des Verhältnisses zwischen beiden aufgearbeitet. Auf den Ergebnissen konnte man aufbauen – so bestätigte der Rat des Lutherischen Weltbundes im Oktober 2009 einstimmig die Bitte um Vergebung. Das schloss nicht immer noch bestehende theologische Unterschiede aus. Aber es machte den Weg frei für einen Bußgottesdienst und ein einstimmig gefasstes Schuldbekenntnis der Vollversammlung des LWB gegenüber den Anabaptisten (Wiedertäufer).

„Im Vertrauen auf Gott, der in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnte, bitten wir deshalb Gott und unsere mennonitischen Schwestern und Brüder um Vergebung für das Leiden, das unsere Vorfahren im 16. Jahrhundert den Täufern zugefügt haben, für das Vergessen oder Ignorieren dieser Verfolgung in den folgenden Jahrhunderten und für alle unzutreffenden, irreführenden und verletzenden Darstellungen der Täufer und Mennoniten, die lutherische AutorenInnen bis heute in wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Form verbreitet haben.“ Ein gewaltiger Schritt der Einsicht und Reue, der nun ein Einlenken auf der anderen Seite möglich machte. Für die Mennonitische Weltkonferenz nahm Präsident Danisa Ndlovu (Simbabwe) das Schuldeingeständnis des LWB an.

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Googeln als Zeitvertreib

Freitag, 5. September 2008

"Just expressing her opinion" von "Cayusa" auf Flickr.com

Zeitvertreib
Nur zum Zeitvertreib sollte man die Internet-Suchmaschine “Google” nicht verwenden – was sollte dabei auch herauskommen? Dennoch ist man verblüfft, was sie alles ausspuckt, wenn man sie zielgerichtet befragt.

Suchwort: “Kirchensteuer sparen” – 91.100 Einträge

Suchwort: “aus der Kirche austreten” – 95.100 Einträge [Weiterlesen...]

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Am Anfang war das Wasser

Montag, 30. Juni 2008

Irgendwann fängt man an. Ich erinnere mich an meine erste Predigt. Sie war lausig – viel zu kopfgesteuert. Worte aus dem theologischen Lehrbuch. Ich habe mich verhaspelt, die Leute vor mir kaum angesehen. Nur schnell durch. Aber die Menschen waren wohlwollend. Sie sagten:“Sie haben sich aber Mühe gegeben.“ – Das hieß so viel wie: „Wir haben zwar kein Wort verstanden, und wo sie hinwollten, konnten wir auch nicht erkennen, aber Sie haben ehrliche Arbeit geliefert. Man hat Ihnen angesehen, dass Sie sich vorbereitet haben. – Und der Rest, dass wir Sie eines Tages wirklich verstehen und Gottes Wort hören – das kommt noch.“ [Weiterlesen...]

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